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        Wissenschaft als Religion von heute

 

 

 

 

 

I. Wissenschaft – eine Zustandsbeschreibung

I.1. Wissenschaft – Zauberlehrling der Weisheit?

I.2. Ausnahmen – Wissenschaft als Dienst an der Menschheit

I.3. Wissenschaft – Tüchtige Kuh oder mysteriöse Katze?

I.3.1. Die tüchtige Kuh der Wissenschaftler

I.3.2. Die mysteriöse Katze

 

II. Der Orden des Löwen – die Religion der Wissenschaft

II.1. Dogma und Credo des Ordens des Löwen

II.2. Die Tempel des Ordens

II.3. Die Priesterschaft des Ordens

II.4. Die Heilige Inquisition des Ordens

II.5. Das Lächeln der Katze

 

 

I. Wissenschaft – eine Zustandsbeschreibung

 

I.1. Wissenschaft – Zauberlehrling der Weisheit?

 

„Wir wissen, …“

Diese zwei Worte tönen wie ein Mantra aus den Wortmeldungen von Wissenschaftlern.

Das Wörtchen „wie“ macht den Unterschied. „Wir wissen, …“ ist kein Mantra. Die zwei Worte sind Ausdruck einer Selbsteinschätzung ohne jede Demut.

Wird ein Wissenschaftler zu welchem Thema auch immer befragt:  „Wir wissen, …“

 

 

Wie unerzogene Kinder oder Zauberlehrlinge spielen Wissenschaftler verantwortungslos mit den Naturkräften herum und verkünden ihre Halbgarheiten in jedes Mikrofon, das ihnen entgegengestreckt wird, und jede Kamera, die man auf sie richtet.

 

 

 

 

 

Von Sokrates, dem weisen Mann aus Athen, sind diese Worte überliefert:

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Diese Aussage war die Basis seiner philosophischen Erkundungen. Jeden seiner  Dialoge, die er täglich auf der Agora führte, begann er unter dieser Voraussetzung. Das ist Demut.

 

Ein bedeutender indischer Mystiker des vorigen Jahrhunderts beschreibt das Verhältnis von Wissenschaft zu Weisheit so:

„Wissenschaft redet und gebärdet sich, als hätte sie alles Wissen errungen. Weisheit wandert dahin und hört den Widerhall ihrer einsamen Schritte am Gestade unermesslicher Meere.“

Sri Aurobindo

 

I.2. Ausnahmen – Wissenschaft als Dienst an der Menschheit

 

Zwischen Schwarz und Weiß gibt es viele Abstufungen. Selbstverständlich gibt es auch in der Wissenschaft Menschen, die aus der Mittelmäßigkeit der Masse mit Verständnistiefe, Ethos – und Demut herausragen; und es gibt wissenschaftliche Errungenschaften, die das Leben der Menschen bereichern und erleichtern.

Niemand möchte die moderne Notfallmedizin missen, oder das Penicillin. Oder die heutige Zahnmedizin. Kaum einer geht gern zum Zahnarzt, aber im Mittelalter mussten die Menschen zum Bader – da wurde so mancher gewaltsam hingeschleppt.

Ja, es hat sich einiges in der Medizin getan. Aber leider meist zum Schlechten hin.

 

„Die medizinische Wissenschaft hat in den letzten Jahrzehnten so ungeheure Fortschritte gemacht, dass es praktisch keinen gesunden Menschen mehr gibt.“

Aldous Huxley

 

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Beschreibung durch Huxley hat die Medizin noch weitaus größere Fortschritte gemacht – mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Gesundheit.

 

Die moderne Medizin ist zum Wurmfortsatz der Pharmaindustrie verkommen:

Ein Bericht des heute Journals über die Pharma Mafia

https://www.youtube.com/watch?v=jao67muX6YI

 

 

I.3. Wissenschaft – Tüchtige Kuh oder mysteriöse Katze?

I.3.1. Die tüchtige Kuh der Wissenschaftler

 

Die Mentalität der Wissenschaftler scheint, sich in zweihundert Jahren nicht sonderlich verändert zu haben. Offenbar war das Zweigestirn der deutschen Klassik hier einer Meinung:

 „Ich sah, dass den meisten die Wissenschaft nur etwas ist, insofern sie davon leben, und dass sie sogar den Irrtum vergöttern, wenn sie davon ihre Existenz haben.

Johann Wolfgang von Goethe

„Einem ist sie [die Wissenschaft] die hohe himmlische Göttin, dem Andern eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt.“

Friedrich Schiller

 

I.3.2. Die mysteriöse Katze

 

Wissenschaftsbeamte, die am Euter ihrer Milchkuh hängen, sind nur eine Fraktion. Eine andere hat eine Katze zu ihrem Wappentier gemacht.

 

 

„Man hat den Eindruck, dass die moderne Physik auf Annahmen beruht, die irgendwie dem Lächeln einer Katze gleichen, die gar nicht da ist.“

Albert Einstein

 

 

 

Der Ausspruch Einsteins ist so zweideutig wie er selbst. Vordergründig spielt er auf die seltsamen Phänomene an, wie sie die Quantenmechanik beschreibt. Auch die berühmte Katze des Einstein Kollegen Erwin Schrödinger lebt in diesem Reich. Niemand weiß so genau, ob sie nicht  inzwischen das Zeitliche gesegnet hat.

Einstein und Schrödinger hatten beide einen recht skurrilen Humor.

Hinter der Maske der Quantenkatze verbirgt sich jedoch ein mächtiger Löwe, der seine Macht nicht zuletzt aus seiner Verborgenheit schöpft. Den hatte Einstein im Sinn.

Nicht nur Physiker haben diese Katze zu ihrem Götzen gemacht. Der Orden des Löwen  rekrutiert seine Akolythen in allen Sparten der Wissenschaft.

Wenn Sie sich jetzt den Kopf kratzen und überlegen, nur keine Bange! Auch eine „Katze die gar nicht da ist“ kann man sehen. Aber nur aus den Augenwinkeln.

 

II. Der Orden des Löwen – die Religion der Wissenschaft

 

Jetzt werde ich versuchen, das imaginäre Lächeln der imaginären Großkatze zu beschreiben, das der aufmerksame Beobachter aus den Augenwinkeln manchmal erhaschen kann. Dafür ist es mehr als passend, einen imaginären Orden zu beschreiben.

 

II.1. Dogma und Credo des Ordens des Löwen

Eingerahmt in so manchem Büro und mancher Werkstatt hängt ein simples Regelwerk:

 

§1

Der Chef hat immer recht.

§2

Hat der Chef einmal nicht recht, tritt automatisch §1 in Kraft.

 

Wird „Der Chef“ durch „Die Wissenschaft“ ersetzt, so erhalten wir das grundlegende Dogma und Credo des Ordens des Löwen.

Genauso wie es unmöglich ist, die katholische Kirche auf ein paar Seiten zu beschreiben, kann ich den Orden des Löwen hier nicht in seiner ganzen „majestätischen Pracht“ [Selbstbeschreibung des Ordens] würdigen. Ich muss mich mit einigen seiner wunderbaren Eigenschaften bescheiden.

 

II.2. Die Tempel des Ordens

Der Orden ist mächtig und überall auf der Erde mit seinen Tempeln präsent. Es gibt kleine und große, unscheinbare und prächtige:

 

 

 

 

Universitäten und Hochschulen, Institute und Akademien, Forschungsgesellschaften, -zentren, -organisationen, -unternehmen, -archive und –netzwerke. Es gibt Heidelberg, das MIT, die Sorbonne, Oxford, Harvard und CERN …

 

 

 

 

Ehrfürchtig staunt der Mensch.

 

II.3. Die Priesterschaft des Ordens

Das Abiturium ist die Berechtigung für den jungen Menschen, zur Prüfung für die Aufnahme in den Orden zugelassen zu werden.

Die Vorbereitung auf die Prüfung geschieht an den Universitäten und Hochschulen. Magister oder Bachelorabschluss sind erst die Vorprüfung. Die Bewährung ist der Universitätsbetrieb, die Promotion die erste Prüfung. Assistenten und Postdocs sind die niederen Priester.

Die Habilitation ist die höhere Weihe des Ordens. Der Priester hat bewiesen, dass er das Dogma des Ordens verinnerlicht hat, und darf nun Akolythen ausbilden.

Die Hohe Priesterschaft sind die Dekane der Universitätsfakultäten und die Rektoren, die Akademie Präsidenten und Institutschefs, die Vorsitzenden von Stiftungen und Gesellschaften …

Die Nobelpreisträger sind die göttergleichen Kardinäle des Ordens des Löwen.

Uns es gibt die Heiligen des Ordens wie Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Charles Darwin und Albert Einstein.

 

Ehrfürchtig staunt der Mensch.

 

II.4. Die Heilige Inquisition des Ordens

Der Orden hat es aber immer wieder mit charakterlosen Verrätern, Abweichlern und Dissidenten zu tun. Gottlob gibt es für diese Ketzer die Heilige Inquisition

Um Inquisitor des Ordens zu werden, bedarf es wahrer Größe. Denn ein Inquisitor muss über die Reinhaltung der Prinzipien des Ordens wachen; und er muss das Credo und Ordensdogma [II.1.] unerbittlich und mit harter Hand durchsetzen.

Großinquisitoren sind die Redakteure der anerkannten Periodika des Ordens wie Nature und Science. Sie müssen stetig wachsam sein, dass sich keine dissidente oder ketzerische Abhandlung auf die Seiten der heiligen Verlautbarungen des Ordens schmuggelt.

Aber auch einfache Priester und sogar Laien können der Inquisition zuarbeiten. Und sie tun dies mit Eifer, „kaltem Verstand, heißem Herzen“ und kämpferischer Sprache.

Ein löbliches Beispiel sind die vielen Rezensenten beim online Buchhändler Amazon. Kein ketzerisches Machwerk entgeht dort dem scharfen Blick und der spitzen Feder unserer unermüdlichen Laieninquisitoren. Bravo!

 

Ein herausragendes Beispiel der Enttarnung und Geißelung eines Ketzers sind die klugen und engagierten Kommentare zu den Büchern von Hans-Joachim Zillmer, einem Bauarbeiter, der sich blasphemisch anmaßt, heiligste Themen zu diskutieren:

 

 

„In was für einem Land leben wir eigentlich, in dem Papier und Druckerschwärze in so ärmlicher Weise verschwendet werden dürfen? Schon im Kindergartenalter sollte ein durchschnittlicher Homo sapiens mehr gesunden Menschenverstand entwickelt haben als der Autor dieses Buches. Irgendwie scheint sein Ego so sehr mit sich beschäftigt zu sein, dass es ihm im Leben bisher nicht gelungen ist auch nur einen wissenschaftlichen Gedankengang nachzuvollziehen. Gruselig.“

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„Schwachsinn!!! Mehr muss man dazu nicht sagen. Man muss es nicht mal lesen um zu erkennen, das nen Bauunternehmer und Betonfutzi doch lieber beim Bauen und Beton mischen bleibt, anstatt sich in selbstverliebter Aroganz mit Darwin und co auf eine Stufe zu stellen. Gefährlich genug das Menschen sowas wirklich glauben!“

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„Allen Menschen, deren IQ eindeutig über Zimmertemperatur liegt (in Celsius, nicht in Kelvin) kann ich nur dringendst raten, von diesem Schund die Finger zu lassen. Niemals kaufen, nicht ausleihen und vor allem nicht lesen, womöglich ist abgrundtiefe Ignoranz und bodenlose Dummheit ansteckend!“
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„Und allen positiven Kommentatoren, die offensichtlich nicht nur keine Ahnung von den elementarsten Aussagen Darwins haben, sondern auch nicht an seine Theorie "glauben", wünsche ich dereinst eine Vereiterung ihrer Weisheitszähne, die sich mit keinem Antibiotikum beheben läßt, weil die verdammten Erreger resistent geworden sind.“

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„Ich bin studierter Paläontologe und habe diesen geistigen Abfall seinerzeit als Zielscheibe für mein Luftgewehr benutzt. Wirklich schlimm bei aller unausgegorener Dummheit ist die große Lobby dieser Spinner vor allem in den USA. Deshalb gilt nur ein Motto: Fight Creationism!“

 

 

 

Ehrfürchtig staunt der Mensch.

 

 

II.5. Das Lächeln der Katze

 

 

Die Welt ist schlecht. Doch besonders die aufopferungsvolle Arbeit der Laienbrüder des Ordens des Löwen macht Mut, gibt Hoffnung und lässt einen strahlenden Schimmer des „Lächelns der Katze, die gar nicht da ist“ aufblitzen.